Hä? Gibt es den Blog noch? Schreibt die wieder? Wollte die doch schonmal alles neu aufleben lassen … und dann?
Ich bin wieder da! Diesmal echt! Nach unfassbar langer Zeit, habe ich einfach wieder richtig Lust zu schreiben, zu erzählen. Darüber, was hier so los ist, was es Neues gibt, wie es die letzten Monate (oder waren es sogar Jahre??) lief und was uns so beschäftigt. Und was uns so beschäftigt – das ist viel!

Ich würde mich riesig freuen, wenn der ein oder andere auch noch immer Lust hat, hin und wieder mal mitzulesen und sich auszutauschen. (Heimlicherweise folge ich euch allen noch und lese mit großem Genuss fleißig mit).

Der Titel meines heutigen Blogeintrags verrät zum einen, worum es geht: Optimieren. Zum anderen signalisiert er, wie ich das finde: w a h n s i n n i  g.
Ich finde es nicht nur wahnsinnig, leider macht es mich auch wahnsinnig. Das Optimieren. Das Perfektionieren. Das Bessermachen.
Ja, es packt mich regelmäßig: Ich möchte auch andauernd alles bestmöglichst machen, mich korrekt verhalten, mein Kind optimal (da ist es wieder: OPTIMIEREN) erziehen, meine Zeit „work-life-balance“-mäßig aufteilen.
Allzu oft stoße ich dabei an meine Grenzen und stelle fest, dass das einfach nicht geht. Ich kann den Tag nicht länger als 24 Stunden laufen lassen. Ich kann nicht alles auf einmal und dann alles gleich gut machen. Das kann ich nicht und das kann auch kein anderer. Jeder, der das Gegenteil behauptet, der lügt. Vor allem belügt man sich selbst und das kann einfach nicht gut sein.

Das Optimieren zwängt sich in zahlreiche Bereiche unseres Lebens. Was soll heute nicht alles optimiert werden? An welcher Stelle muss man sich optimal und korrekt verhalten?

– Kaufe Bio!
– Kaufe regional!
– Kaufe saisonal!
– Iss wenig Zucker! Oder besser: Iss keinen Zucker! (Bücher wie: „Schlank, gesund und glücklich ohne das süße Gift“, von A. Zampounidis. Oder „Zucker, der heimliche Killer“ von K. Mosetter u.a. — Ja, diese Bücher machen Mut. Nicht!)
– Verzichte auf Plastik!
– Wirf deine Alufolie weg!
– Iss weniger Fleisch!
– Koche immer frisch!
– Buche keine Pauschalreise! (Natürlich nicht. Von einem einfachen Pauschalurlaub lassen sich schließlich keine coolen Insta-Fotos produzieren.)
– Verreise also nur noch an exotische Orte! Hauptsache weit weg. Hauptsache „auf eigene Faust“. Aber achte darauf, dass du nicht das Flugzeug nimmst (Umwelt und so), achja und nimm auch nicht das Auto (der Umwelt wegen). Achja, auch der Bus und das Schiff sind eher ungeeignet, wenn du an exotische Orte reisen willst, die weit weg sind (die Umwelt, du verstehst?)
– Hab eine Familie – gehe Vollzeit arbeiten – organisiere die Kleiderbörse, pack beim Gartentag mit an und backe Plätzchen oder Kuchen für den Basar im Kindergarten.
– Fahre kein Diesel-Auto!
– Nutze Naturkosmetik!
– Melde dein Kind frühzeitig in Kursen an: Frühförderung ist ääächt wichtig!
– Trink nicht so viel Kaffee! Oder doch? Ist der jetzt gesund oder nicht?

Diese Liste ließe sich ziemlich einfach und schnell fortsetzen.
Sie soll an vielen Stellen gar nicht so bitterernst genommen werden. Zumindest nicht der leicht sarkastische Ton, der sich hier und da eingeschlichen hat. Vielmehr möchte ich klarstellen, dass ich einfach nicht alles optimieren kann. Es geht nicht. ICH kann es nicht. WIR (meine Familie) können es nicht. Könnten wir mehr? Es mehr versuchen? Mehr optimieren? Vielleicht.
Ich achte die Umwelt. Das tue ich gerne und vermittele auch meiner Tochter, wie wichtig es ist, die Umwelt zu schützen und Rücksicht zu nehmen. (Heutzutage wichtiger denn je!) Tatsächlich versuchen wir zu Hause wenig Plastik zu ver(sch)wenden, Alufolie nur im Notfall zu benutzen und bio/regional/saisonal einzukaufen. Wir achten darauf wenig Zucker und Fleisch auf den Ernährungsplan zu setzen. Reicht das?
Immer dieses „Reicht das?“. Keine Ahnung. Wahrscheinlich nicht! Aber das ist alles, was wir – meine Familie – in unserem kleinen Kosmos derzeit tun können. Basta!

Mein Mann und ich sind voll berufstätig,  haben eine fast dreijährige Tochter, einen zehnjährigen Hund und viel, viel, viel (!) Wäsche zu waschen.
Wir wuppen das – nach außen hin – ziemlich gut. Von außen betrachtet, sind wir  wahrscheinlich optimiert, haben es im Griff, sind fabelhaft organisiert. Nach außen hin.
Nicht, dass wir allen etwas vormachen. Oder doch? Nee. Warum sehen wir die anderen immer als so optimiert an?
Vielleicht definiert ja jeder das Wörtchen/den Zustand/das Attribut optimal anders? Ganz individuell? Für mich heißt optimal z. B.: Wir alle kommen morgens pünktlich, gewaschen bzw. geduscht, Zähne geputzt, mit je einem Bein in einem Hosenbein aus dem Haus – ab ins Büro, in die Schule und den Kindergarten. Ich scheine eigentlich ja niedrige Ansprüche ans Optimale zu haben 😉

Der Optimierungswahn entsteht also wohl nur in meinem eigenen Kopf. Ich bin dafür selbst verantwortlich. Bin ich also selbst Schuld? Oder die Gesellschaft?
Ach, das kommt doch alles von den sozialen Netzwerken wie Facebook (das ist aber ja wohl längst out, wie ich jüngst lernen musste) und Instagram.
Zack, ne Ergänzung für die Liste:

  • Nutze keine sozialen Netzwerke!